Tierische Begegnungen in den Northern Rockies

Die Northern Rockies in Britisch Columbia, KandaZwischen Watson Lake im Yukon und Fort Nelson in Britisch Columbia führt der Alaska Highway durch die beeindruckende Bergkulisse der wenig bekannten „Northern Rockies“. Auf 530 Kilometern gibt es keine richtigen Ortschaften, sondern  nur Tankstellen, Lodges und Campingplätze und jede Menge Natur. Hier haben wir die häufigsten Wildbegegnungen entlang des Highways erlebt.

 

Verrückter Schilderwald

73.000 Schilder hat der Schilderwald in Watson LakeIn Watson Lake, der südlichsten Stadt im Yukon lohnt es sich den berühmten Schilderwald zu besichtigen. Hier hat einmal vor langer Zeit ein Arbeiter während des Baus des Alaska Highways aus Heimweh ein Schild angenagelt, mit dem Namen und der Entfernung zu seiner Heimatstadt. Er fand viele Nachahmer und zwischenzeitlich ist das ganze zu einer Touristenattraktion herangewachsen. Jeder der hier ein Schild seines Heimatortes anbringen will, ist herzlich willkommen. Die Stadtverwaltung sorgt dafür, dass immer wieder neue Pfosten aufgestellt werden, an denen die Schilder befestigt werden können. Inzwischen ist die Zahl der Schilder auf 73.000 angewachsen. (Fotogalerie: Schilderwald)

Achtung: Bisons

Schilder warnen vor BisonsIn der Touristeninformation in Watson Lake wurden wir gewarnt, es habe Bisons an der Wegstrecke, wir sollten vorsichtig fahren. An der Straße warnen riesige Schilder vor den großen Tieren. Und dann passiert es tatsächlich, erst sehen wir einzelne Bisons am Straßenrand grasen. Zwischen dem Highway und dem Wald sind beidseits breite Streifen abgeholzt, hier finden die Grasfresser ideale Weiden. Wahrscheinlich freuen sie sich, dass sie hier grasen können, ohne sich die Hörner an Bäumen anzuschlagen. Als wir in den Parkplatz zu dem Aussichtspunkt am Whirlpool Canyon einbiegen, steht ein Bison nur wenige Meter neben der Zufahrt. Es lässt sich von uns aber nicht stören. Wir lassen uns auch nicht stören und schauen uns die sprudelnden Fluten des Liard Rivers an. Als wir zum Wohnmobil zurück kommen, steht das Bison nur etwa 30 Meter davon entfernt. Es hat uns bemerkt und schaut uns direkt an. Wir verhalten uns ruhig im Schutz des Geästes eines Baumes und der Bulle wendet sich wieder der Nahrungsaufnahme zu. Ein mächtiges Tier, es ist ein Waldbison mit einem enormen Höcker hinter dem wuchtigen Kopf. Kopf und Brustkorb sind mit einem dichten Fell – als wäre es ein Umhang – überzogen. Der Bauch und die Hinterläufe sind blank. Wir beobachten das Tier eine Weile, machen Fotos und setzen unsere Fahrt fort.

Ärgernis für Trucker

Bisons auf dem Highway in den Northern RockiesEin Stück weiter treffen wir auf eine ganze Herde von etwa 40 bis 50 Bisons, die  rechts und links des Highways verteilt sind. Wir machen langsam und halten an, ein Auto aus der Gegenrichtung hält ebenfalls. Nur der Truckfahrer, der folgt, scheint nicht sonderlich begeistert zu sein und manövriert seinen Truck zwischen Auto, Bisons und Wohnmobil hindurch. Wahrscheinlich sind die Trucker genervt von den Touris, die wegen der Tiere einfach anhalten und den Verkehr aufhalten. Wir aber sind gefesselt, denn direkt vor uns überquert ein Bulle begleitet von einem weiteren, jüngeren die Straße. Mitten auf der Straße bleiben sie stehen. Der größere schaut sich nach uns um, als wolle er prüfen, ob eine Gefahr drohe. Cariboos (Rentiere) direkt vor uns auf dem Alaska HighwayAuch wir sind auf der Hut, wobei wir uns in unserem Gefährt sehr sicher fühlen können. Rechst und links grasen die anderen Bisons ruhig weiter. Es sind viele Jungtiere dabei, einige lagern ruhig in der Wiese. Es ist schon beeindruckend so mitten drin zu sein.
Später lesen wir, dass es etwa 250 Bisons in diesem Gebiet gibt und jedes Jahr kommen 20 von ihnen bei Kollisionen mit Fahrzeugen um.

Beindruckendes Bergpanorama am Summit Peak, Alaska HighwayAuf der weiteren Fahrt kommen wir an den Thermalquellen „Liard Hot Springs“ und mehreren Bergseen wie dem Muncho Lake vorbei und überqueren den Summit Pass, den mit 1295 Metern höchsten Pass des Alaska Highways, wo wir eine Wanderung zum 2014 Meter hohen Summit Peak (s.a. Fotogalerie: Summit Pass Trail) unternehmen. Mehrmals kreuzen Caribous (Rentiere) unseren Weg am Highway. Die hier auch vorkommenden Bergziegen und Elche bleiben uns allerdings verborgen.

Kurz vor Fort Nelson, einem kleinen Ort mit schnuckligem Alaska Highway Museum lassen wir die Berge hinter uns und es tauchen die ersten Getreidefelder auf.

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