Saskatchewan – viel mehr als flach

Waskesiu River im Prince Albert National Park, SaskatchewanSaskatchewan gehört nicht zu den bekanntesten Provinzen Kanadas und steht nicht auf dem Reiseplan der meisten Kanada Urlauber. Wer trotzdem weiß, dass sich die Provinz im Landesinnern befindet, denkt bei Saskatchewan wahrscheinlich an flaches Land, gerade Straßen und Getreidefelder. Das trifft auch weitgehend für den Süden zu, doch im Norden zeigt sich Saskatchewan von einer ganz anderen Seite. Hier in der borealen Waldzone gelegen, haben wir den Prince Albert National Park besucht.

So richtig im Norden liegt der Park zwar noch nicht, es geht immerhin noch 700 km nördlicher bis zur Grenze zu den North West Territories, nach Süden sind es knapp 600 km bis zur Grenze zu den USA. Aber nördlich von hier nimmt die Besiedelung extrem ab. 80 km Südlich vom Park liegt die Stadt Prince Albert, nördlich gibt es nur noch wenige Orte, darunter nur eine Gemeinde mit mehr als 5000 Einwohnern.

Sandstrand am Waskesiu Lake im Prince Albert National Park, SaskatchewanAn der Ostseite des Parks, idyllisch am Waskesiu Lake gelegen, befindet sich der gleichnamige Ort mit Sitz der Parkverwaltung. Waskesiu ist indianisch für Wapiti. Der hübsche Ort besteht zum Teil aus Blockhäusern, die in den 30er Jahren während der Gründerzeit des Parks gebaut wurden. Am hellen Sandstrand des Waskesiu Lake direkt in der Ortsmitte kann man im Sommer herrlich baden.

Leben im National Park

Ein Blockhaus aus den 1930er Jahren in Waskesiu, Saskatchewan.Es gibt zwei Hotels und einige Lodges und Resorts mit hübschen Ferienhäusern. Während im Sommer recht viel los ist, wird es ab Mitte September sehr ruhig. Trotzdem bleibt der Park ganzjährig geöffnet. Winteraktivitäten wie Skilanglauf, Schlittschuhlaufen und auch Wintercamping sind dann möglich.

In Waskesiu leben ganzjährig nur 30 Menschen. Sie leben alle hier, weil sie hier arbeiten, entweder in einem der Hotels oder Resorts oder bei der Parkverwaltung. So wie Migan, die im Besucherzentrum arbeitet. Sie stammt aus Nord Manitoba, wo es noch einsamer sein soll als hier und liebt es hier im Park zu leben. Oder der chilenische Kellner, den wir in der Hotelbar des Hawood Inn Hotels kennen gelernt haben. Man müsse zwar für alles was man braucht 80 Kilometer fahren, erzählte er uns, aber das Leben sei ruhig. Im Sommer arbeitet er sehr viel, dafür ist die Arbeit im Winter wie Urlaub.

Wapiti Hirsche zum Frühstück

Wapiti Hirsche auf dem Golfplatz in Waskesiu, SaskatchewanIm Prince Albert National Park gibt es die einzige freilebende, aus ca. 300 Tieren bestehende, Präriebison-Herde Kanadas. Wapiti Hirsche ziehen durch den Ort und machen auf dem Putting Green des Golfplatzes Rast. An einem Morgen wachten wir auf, als ein Wapiti Hirsch mit beachtlichem Geweih neben unserem Schlafzimmerfenster graste. Elche, Wölfe und Bären sind ebenfalls im Park heimisch und im Norden des Parks – unzugänglich für Besucher – befindet sich eine Brutregion von Pelikanen.

Paddeln in ruhigen Gewässern

Kanutour auf dem Waskesiu River im Prince Albert National ParkDer Park ist durchzogen von unzähligen kleinen und einigen großen Seen. Auf einigen sind Kanutouren möglich. Leider hatte der einzige Kanuverleiher am Ort keine wasserfesten Behälter zu verleihen, so dass wir keine zweitägige Kanutour ins sogenannte back country unternommen haben. Wir wollten nicht das Risiko eingehen die Fotoausrüstung zu wässern. Als back country werden Bereiche bezeichnet, in die man nur per Kanu oder zu Fuß vordringen kann, Gebiete zu denen es keine Straßen gibt.

So paddelten wir nur zwei Stunden, vom Waskesiu Lake in den gleichnamigen Fluss hinein. Es ist nahezu windstill. Um uns herum nur Wasser, Seegras, dichte Nadelwälder, das Plätschern beim Eintauchen der Paddel und sonst Stille. Die Welt verändert sich, wenn man in so einem Boot (ohne Motorantrieb) sitzt. Man wird dann unmittelbar Teil der Umgebung, schaut, lauscht und genießt….

Fotogallerie Prince Albert National Park

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